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Flüssiggas ist nicht gleich Erdgas

Etwa bei den Wiener Linien finden wir Busse, die schon seit Jahrzehnten mit Flüssig­gas betrieben werden. Dieses ist aber nicht verdichtetes, natürliches Erdgas, sondern LPG (Liquefied Petroleum Gas), das auch „Autogas" genannt wird. Auch dieser Gas­antrieb ist durchaus sinnvoll, denn es handelt sich um ein Nebenprodukt, das in Raffinerien bei der Rohöldestillation entsteht. Im Vergleich zu Benzin lassen sich ökologische und (je nach Steuerbegünstigung) ökonomische Vorzüge finden.

Gegenüber CNG hat LPG aber einige Nachteile: Es wird bei wesentlich gerin­gerem Druck flüssig gespeichert und auch so transportiert. Dies belastet - so wie der Benzintransport - den Straßenverkehr und natürlich die Umwelt, während Erdgas im vorhandenen Gasnetz weitergeleitet wird. Die Tanks von LPG-Fahrzeugen befinden sich im Kofferraum und nehmen daher jedenfalls Platz ein. Mit Flüssiggas betriebene Fahrzeuge dürfen nicht in Tiefgaragen einfahren, denn - anders als Erdgas - ist LPG schwerer als Luft und verflüchtigt sich bei einem Austritt nicht von selbst. Die Beimischung von Biogas oder biogenen Stoffen ist nicht möglich.

Gas kam vor Benzin

Man möchte meinen, Benzinmotoren seien die „Klassiker", Gas als Kraftstoff eine neue Idee. Das Gegenteil ist wahr: Schon die Zweitakt-Motoren von Lenoir (1860) und Otto (1862), aber auch der 1876 erfundene, berühmte „Ottomotor" mit dem in modernen Autos verwendeten Viertakt-Prinzip samt Verdichtung wurden mit Gas betrieben. Es handelte sich damals allerdings nicht um Erdgas, sondern giftiges Leuchtgas, das - meist aus Kohle hergestellt - leicht verfügbar war und für Motoren aller Art und die Straßenbeleuchtung, später auch die Heizung, verwendet wurde.

Wie Benzin mit 130 Oktan

Während Benzin von „Normal" bis „Super+" eine Oktanzahl von 91-98 ROZ aufweist, entsprechen die Verbrennungseigenschaften von Erdgas 130 Oktan - kein Wunder, dass auch wirkliche Höchstleistungen möglich sind, denn Erdgas ist ein geradezu idealer Kraftstoff für Ottomotoren. Ein in Deutschland getunter Audi mit 700 PS erzielte 2009 einen Geschwindigkeitsrekord von über 364 km/h und fuhr dabei auch noch mit reinem Biogas!

Erdgas „ist" leiser

Erdgas verbrennt langsamer, daher „weicher" und um etwa die Hälfte leiser als Diesel. Durch seine 130 Oktan ist es auch extrem klopffest. Folglich sind Fahrzeuge im Erdgasbetrieb laufruhiger als bei Verwendung von Benzin oder Diesel.

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