Zwar begann die Entwicklung des Automotors 1860 mit Gas, doch brauchte es Rohstoffknappheit, ehe man wieder verstärkt darauf zurückgriff. Hier war die Wirtschaftlichkeit ein wichtiges Argument. Während beider Weltkriege wurde fleißig mit Gasmotoren experimentiert – im 2. Weltkrieg auch schon mit Erdgas. Mitte der 1930er-Jahre stellte man die Wiener Müllzüge auf Gasbetrieb um. Kleinere Autos kamen noch nicht in Frage, denn die Tankflaschen für die Müllwagen wogen allein 450 Kilogramm. So gab es also immer Gas-KFZ und auch (nicht öffentliche) Tankstellen, sie führten aber ein Schattendasein jenseits der öffentlichen Wahrnehmung.
Wiederum führte in den 1970er-Jahren eine Mangelsituation – der erste Ölschock – zur verstärkten Suche nach alternativen Antrieben. Damals kamen die Flüssiggasfahrzeuge (LPG) in Mode, die heute etwa noch in Wien verkehren. Der Durchbruch erfolgte schließlich in den 1990er-Jahren, als sich auch ökologische Argumente und die Prognose schwindender Ölreserven immer mehr durchsetzten. Die OMV leitete 1997 mit der Eröffnung der ersten öffentlichen Erdgastankstelle eine neue Ära ein.