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Gasautos mit Geschichte

Zwar begann die Entwicklung des Automotors 1860 mit Gas, doch brauchte es Rohstoff­knappheit, ehe man wieder verstärkt darauf zurückgriff. Hier war die Wirtschaftlichkeit ein wichtiges Argument. Während beider Weltkriege wurde fleißig mit Gasmotoren experimen­tiert – im 2. Weltkrieg auch schon mit Erdgas. Mitte der 1930er-Jahre stellte man die Wiener Müllzüge auf Gasbetrieb um. Kleinere Autos kamen noch nicht in Frage, denn die Tank­flaschen für die Müllwagen wogen allein 450 Kilogramm. So gab es also immer Gas-KFZ und auch (nicht öffentliche) Tankstellen, sie führten aber ein Schattendasein jenseits der öffent­lichen Wahrnehmung.

Wiederum führte in den 1970er-Jahren eine Mangelsituation – der erste Ölschock – zur verstärkten Suche nach alternativen Antrieben. Damals kamen die Flüssiggasfahrzeuge (LPG) in Mode, die heute etwa noch in Wien verkehren. Der Durch­bruch erfolgte schließlich in den 1990er-Jahren, als sich auch ökologische Argumente und die Prognose schwindender Ölreserven immer mehr durchsetzten. Die OMV leitete 1997 mit der Eröffnung der ersten öffentlichen Erdgastankstelle eine neue Ära ein.

Weltweit steigende Beliebtheit

Einige Länder sind schon wesentlich weiter in der Popularisierung des wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Erdgasautos als Österreich. Weltweit führend ist (Stand: Juni 2012) Pakistan mit 3,1 Millionen CNG-Fahrzeugen, gefolgt von Iran (2,9 Millionen), Argentinien (2,12 Millionen) und Brasilien (1,71 Millionen). In Europa liegt Italien mit 746.000 Fahrzeugen unangefochten vor der Ukraine (390.000), Armenien (244.000), Deutschland (96.000) und Erdgas-Supermacht Russland (86.000). Dagegen zeigen die 7.065 CNG-Fahrzeuge in Österreich, wie viel Potenzial noch besteht. Dementsprechend zeigt der Trend auch nach oben.

Gut im Rennen

„Was der Bauer net kennt ...“ Ein Vorurteil gegenüber CNG-Autos war, dass diese gegen­über Benzinern schwächere Leistungen bringen.

Auch um dieses Bild gerade zu rücken, begann die OMV im Frühjahr 2006, ein österreichisches Rallye-Team zu unter­stützen, das mit Erdgas im Tank an den Start ging. Das Ergebnis war sensationell: Nach einigen „Kinderkrankheiten“ und nur 16 Monaten im Renneinsatz gelang es den Piloten Harrach / Schindelbacher, die Ostarrichi-Rallye 2007 zu gewinnen! Weltweit konnte erstmals ein CNG-Auto in einem offiziellen Meisterschaftslauf siegen! 2009 kam es noch besser und der Beweis, das dies keine Eintagsfliege war: Manfred Stohl wurde Vizestaatsmeister! Auch Wien Energie unterstützte ab 2006 einen der erfolgreichsten österreichischen Rallyepiloten: Hannes Danzinger. Er verriet dem „Standard“ 2009: Da Erdgas sehr klopffest ist, „konnten wir den Ladedruck und die Verdichtung so weit erhöhen, dass wir am Ende mehr Leistung aus dem Motor holten, als er ursprünglich lieferte."

Erfolgsstory

Von Sommer 2011 bis Ende 2012 unterstützte der Fachverband Gas Wärme Manfred Stohl bei seinen Einsätzen in der österreichischen Staatsmeisterschaft. Der Vorzeige-Pilot schätzt sich "sehr glücklich", dass er mit einem sauberen, sicheren und sportlichen Erdgasauto am heimischen Rallye-Geschehen teilhaben konnte. Insbesondere das Ralley-Jahr 2012 hat - einmal mehr - deutlich gemacht, dass Erdgas der Konkurrenz ebenbürtig ist. "Damit kann man nicht nur sparsam und sauber, sondern auch sehr spritzig und schnell fahren", resümiert der Drittplazierte der Meisterschaftsendwertung.

Grün-Weiß powered by CNG

Austrianer, bitte weglesen! Rapid Wien wird seiner grünen Vereinsfarbe gerecht und setzt voll auf den Umweltschutz: Der Hütteldorfer Traditionsclub hat seinen gesamten Fuhrpark auf Erdgas umgestellt.

Reife Leistung

Auch dies überzeugt immer mehr Kunden: Die Technologie der CNG-Autos ist ausgereift und kann in fast jedes Fahrzeug eingebaut werden, während andere alternative Antriebe – wie Elektroautos – erst am Anfang der technischen Entwicklung stehen.

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