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PKW: weltweit stark im Kommen

Der Trend zum Erdgasauto als saubere und wirtschaftliche Alternative hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Nicht nur die Zahl der Tankstellen wurde sukzessive erhöht, auch deren Kunden werden immer mehr. Von allen alternativen Kraftstoffen ist das Versorgungsnetz für Erdgas am dichtesten geknüpft.
In Österreich freuen sich rund 7.000 Autobesitzer (Stand 2016) über ihren sparsamen CNG-Antrieb, weltweit sind es bereits 23 Millionen (Stand: Mai 2017, Quelle NGV Global)!

Weltweites Wachstum

Eurogas, eine Vereinigung der europäischen Gaswirtschaft, schätzt, dass sich der Bedarf für CNG und LNG im Transport bis 2035 versiebenfachen könnte, wenn es die Rahmenbedingungen zulassen! Italien ist Europameister, wenn es um Methan im Tank geht: Von Ende 2009 bis zum 1. Halbjahr 2012 brachte man ein Plus an Fahrzeugen von 16 % auf die Straße – gesamt mehr als eine dreiviertel Million!

In den folgenden Ländern fahren jetzt schon besonders viele CNG-Fahrzeuge:

China: 5.000.000
Iran:
4.000.000
Pakistan: 3.000.000
Argentinien: 2.295.000
Indien: 1.800.000
Brasilien: 1.781.000
Kolumbien: 543.000
Thailand: 474.000
Usbekistan: 450.000
USA: 160.000
Japan: 42.590

Italien: 883.000
Ukraine: 390.000
Russland: 145.000
Deutschland: 98.170
Bulgarien: 61.200
Schweden: 53.100
Österreich: 7.000

(Quelle: NGV Global, Mai 2017)

Go global

Dass man diese Länder auch erreichen kann, bewies Rainer Zietlow aus Mannheim (D) 2006/7. Er bereiste in 142 Tagen fünf Kontinente und legte auf seiner Weltreise 45.000 km zurück. Dabei verbrauchte sein VW Caddy 3.200 kg Erdgas, was ihn gerade einmal 2.500 Euro kostete.

Taxi!

Das Taxi sollte eigentlich zum Klassiker der gewerblichen Nutzung von CNG-Autos werden. Die vielen gefahrenen Kilometer machen es für Unternehmer ökonomisch besonders sinnvoll und für alle anderen ökologisch besonders wünschenswert, auf Erdgas umzusteigen. Daher wird die Anschaffung von CNG-Taxis auch in mehreren Bundesländern speziell gefördert.

Kleinserien und Umrüstung

Prinzipiell lässt sich jedes Auto umrüsten, aber auch die Serienmodelle reichen inzwischen schon vom kleinen Lieferwagen über sportliche City-Cars, Familien-Vans und Business-Kombis bis zur Limousine für gehobene Ansprüche.

Zu den renommierten Herstellern von in Österreich erhältlichen Erdgasautos gehören  Audi, Fiat, Mercedes-Benz, Opel, Seat, Škoda und Volkswagen.

Nutzfahrzeuge: groß für Kleintransporte

Was für Taxis gilt, ist für leichte Nutzfahrzeuge ebenso wichtig: Viele gefahrene Kilometer „schreien“ nach einer ökologisch verträglichen und wirtschaftlich besonders effizienten Lösung. Die CNG-Tanks werden dabei – wie auch in anderen Modellen – unterhalb des Bodens verbaut, damit es zu keinen Einschränkungen der Ladefläche kommt. Besonders attraktiv sind Erdgas-Nutzfahrzeuge für Betriebe und Institutionen mit eigenem Fuhrpark: Die österreichische Post, der Wiener Magistrat, der Flughafen Wien und das Rote Kreuz haben beispielsweise bereits umweltfreundliche „Arbeitstiere“ im Einsatz.

LKW: Schwerverkehr mit Abgasen light

Transporte verursachen in der EU 28 % der CO2-Belastung. Unangenehm wirkt auch ein Schadstoff, den selbst modernste Diesel-Motoren freisetzen: Feinstaub klingt fein, ist aber ungesund und kann Asthma oder Lungenerkrankungen hervorrufen. Noch ist die umweltfreundliche Alternative zu den Straßenriesen für Transportzwecke nicht gefunden. Die Verlegung der Diesel-Monster auf die Schiene bringt nur teilweise Erleichterung. Modelle mit reinem CNG-Antrieb sind bereits auf dem Markt erhältlich und bringen weniger Emissionen bei gleichzeitig wirtschaftlichem Betrieb. Letzterer ist vor allem im Bereich kürzerer Streckennetze darstellbar, für Langstrecken müsste man sehr große Tanks einbauen. Alternativ etabliert sich die Verwendung von flüssigem Erdgas (LNG).

Gas + Diesel im Duett

Einem neuartigen Motor mit Methan-Diesel-Betrieb wird in Studien großes Potenzial bescheinigt. Seit Anfang 2012 sind auf unseren Straßen bereits die ersten LKW mit Diesel/Gas-Gemisch und hohem Wirkungsgrad unterwegs. Dabei wird Diesel zusammen mit einem möglichst hohen Gasanteil eingespritzt, um Kosten und Emissionen einzusparen. Die Reichweite ist nicht mehr eingeschränkt, da im Notfall auch mit reinem Diesel gefahren werden kann. Die Salzburg AG hat diese Innovation in Österreich mit vorangetrieben und war für die Typisierung der Fahrzeuge verantwortlich. Entwickelt wurde das System vom englischen Unternehmen Hardstaff, in Großbritannien ist es bereits seit einiger Zeit im kommerziellen Einsatz. Als Österreich-Partner von Hardstaff fungiert die Firma infinite.

Flüssiger Verkehr

Mit LNG-Antrieb ist eine weitere LKW-Variante im Anrollen. Verflüssigtes Erdgas entsteht, wenn man Methan auf mindestens -162 °C abkühlt. Es besitzt nur ein 600stel des ursprünglichen Volumens und kann so mit Schiffen günstig über weite Strecken transportiert werden. Oder entsprechend ausgerüstete Laster antreiben, die dann ebenfalls große Entfernungen zurücklegen können: bis zu 1.200 km! Sie benötigen dabei keine Kühlanlage, das Gas bleibt durch das thermo-dynamische Gleichgewicht etwa zehn Tage flüssig. Auch CO2-neutrales Fahren ist möglich: dem Kraftstoff LNG kann Biogas beigemengt werden. Während z.B. in den Niederlanden bereits erste Laster mit Bio-LNG unterwegs sind, muss die Infrastruktur noch aufgebaut werden. Die EU-Kommission empfiehlt in einem Strategiepapier, bis 2020 die nötigen Tankstellen zu errichten, was sie im Rahmen des Projekts „LNG Blue Corridor“ fördert. Besonders ambitioniert ist das CNG/LNG-Programm in den USA, dort ist ein regelrechter Erdgas-Boom im Gange.

Busse: besser für Ballungszentren

In Städten wirken sich die umweltfreundlichen Eigenschaften von CNG-betriebenen Bussen besonders positiv aus, sie drängen sich daher als alternative „Öffis“ auf. Europäische Pioniere waren die Basler Verkehrs-Betriebe in der Schweiz, die bereits 1995 erste CNG-Busse orderten. Noch dominiert allerdings Diesel im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Doch abgesehen von der seit Jahresbeginn 2014 geltenden Euro-6-Norm macht auch der mitunter hohe Dieselpreis den Erdgasantrieb attraktiver denn je.

Städte stellen um

Sankt Pölten hat als erste Landeshauptstadt auf grüne Mobilität umgestellt. Seit 2008 sind 23 Busse feinstaubfrei unterwegs, befahren ein Netz von 110 km Länge und erhalten ihren Kraftstoff an der gemeinsam mit der EVN errichteten Erdgastankstelle.

In Wiener Neustadt wurde die CNG-Flotte 2012 auf zehn Busse erweitert, mittelfristig soll komplett umgestellt werden.

Linz hat mit einer Investition von 34 Mio. € seine Dieselbusse 2007-2011 durch 88 gasbetriebene Fahrzeuge ersetzt, das bringt eine jährliche Einsparung von 4.000 t CO2. Abgesehen von CNG stellt die Linz AG auch Biomethan zur Verfügung.

Biomethan wird auch von einer Kooperation der Salzburg AG und ALBUS in 44 Bussen eingesetzt. Mit geteiltem Risiko und einem Bio-Anteil von 50 % fährt es sich dort gut: ALBUS-Geschäftsführer Erich Schabhüttl schätzt insbesondere die „geringeren Betriebskosten, keine längeren Stehzeiten der Busse und saubere Luft für Salzburg“. „Außerdem sind Erdgasbusse um vieles leiser als die vergleichbare Dieselvariante.“

Die Busse mit CNG-Antrieb unterscheiden sich kaum von ihren Diesel-Vorgängern: Viele Modelle haben beispielsweise einen aerodynamischen „Buckel“ auf dem Dach, in dem das Erdgas für den Fahrbetrieb gespeichert wird – ebenso mit einem Druck von 200 bar wie im herkömmlichen Erdgasauto. Auch der hierzulande höchst erfolgreiche Stadtbus Mercedes Citaro ist als CNG-Modell erhältlich.

Übrigens ist der Einsatz von LNG in Bussen ebenfalls möglich, in China und Polen wird das verflüssigte Erdgas bereits im öffentlichen Personennahverkehr verwendet. In den letzten 10 Jahren hat sich vor allem China massiv LNGifiziert. Zehntausende Busse fahren dort heute mit LNG und es werden beinahe täglich mehr.