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Tankvorgang

Schnell & sicher

Das Tanken an der Erdgas-Zapfsäule ist denkbar einfach und noch sicherer als der „normale“ Tankvorgang. Was passiert an einer CNG-Tankstelle? Aus dem Leitungsnetz wird das übliche Erdgas (oder eine Mischung mit Bio-CNG) bezogen und läuft dann durch einen Verdichter, der es komprimiert. Damit es nicht zu Vereisungen kommt, wird das Gas getrocknet und dann in einem Zwischenspeicher gelagert. Da es direkt aus diesen Druckbehältern in die Zapfsäule gelangt, geht das Tanken ebenso schnell vor sich wie das Einfüllen von Benzin oder Diesel (diese Methode heißt auch „Fast Fill“). Dabei ist die Tankkupplung so gestaltet, dass Gas nur abgegeben wird, wenn alles korrekt angeschlossen und verriegelt ist. Das macht den Tankvorgang, den man selbst durchführen kann, auch so sicher! Er endet in der Regel automatisch, kann aber auch vorzeitig abgebrochen werden. Wenn (z.B. bei einem umgerüsteten Fahrzeug) ein anderer als der genormte Tanknippel verwendet wird, kann mit einem Adapter getankt werden. Dann allerdings nicht selbst, sondern durch das geschulte Tankstellenpersonal. Erdgas wird übrigens nicht per Liter, sondern per Kilogramm abgerechnet. Derzeit ist 1 kg Erdgas deutlich billiger als 1 Liter Benzin oder Diesel, gleichzeitig fährt das Auto auch wesentlich weiter damit.

Grafik: Aufbau einer Erdgastankstelle

Anleitung: Tankanweisung für Erdgasfahrzeuge (OMV)
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Anleitung: Tankanweisung für Erdgasfahrzeuge (ErdgasDrive)
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Langsam, aber sicher

Neben der für private Kunden notwendigen, schnellen Betankung gibt es auch Langsambetankungsanlagen („Slow Fill“), die ihrem Namen gerecht werden. Der Vorgang dauert hier mehrere Stunden, weil der Kompressor das verdichtete Gas direkt – ohne Zwischenspeicher – in den Tank des Fahrzeugs pumpt. Solche Systeme kommen nur bei Betriebstankstellen in Frage, wo der Zeitfaktor keine große Rolle spielt. Dort betanken Unternehmen in aller Ruhe ihren Fuhrpark – oft mehrere Fahrzeuge gleichzeitig. Gelegentlich können Firmen ein Contracting-Modell mit einem Energieversorger vereinbaren. Dann kommt dieser für den Bau und die Wartung der Tankstelle auf, über einen Teil des Erdgaspreises wird das Investment im Laufe der Zeit zurückgezahlt.

Do it yourself

Ein Sonderfall der Langsambetankung ist die Haustankstelle. Theoretisch ist es durchaus möglich, sich eine eigene Erdgastankstelle einzurichten. Die Investitionskosten sind dabei allerdings mit rund 5.000 Euro zu veranschlagen. Dazu kommen noch Auflagen der Behörden, die weitere Kosten nach sich ziehen können. Für besondere Verhältnisse kann dies eine wirtschaftlich sinnvolle Investition sein, für einen durchschnittlichen Haushalt derzeit aber eher nicht.

High in Österreich

In Deutschland wird Erdgas in zwei Qualitätsstufen angeboten: H(igh) und L(ow). Die L-Qualität weist einen geringeren Methan-Gehalt von ca. 85 % und enthält sonst großteils sogenannte Inert-Gase (z. B. Stickstoff, Helium). Klarerweise ist dann auch die Energie-Ausbeute geringer. In Österreich wird allerdings nur die hohe CNG-Qualität H angeboten, die zu beinahe 100 % aus Methan besteht.