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Bio-CNG

Biomethan: effektiver als Ökostrom

Aus organischen Abfällen lässt sich Energie gewinnen, die zuvor übel riechende Biomasse kann in geruchloses, wertvolles Gas „verwandelt“ werden. Selbst die Reststoffe können dann noch Verwendung als Dünger finden. Dazu werden die biogenen Rohstoffe unter Luft­abschluss vergoren. Das entstehende Biogas kann dann zu Biomethan veredelt und ins Gasnetz eingespeist werden. Leider wurde in den vergangenen Jahren die reine Ver­stromung von Biogas gefördert. Das bedeutet, dass die meisten der über 300 Biogas-Produzenten ihr Erzeugnis einfach zur Stromerzeugung verheizen, wobei eher geringe Wirkungsgrade erzielt werden. So werden nur 30-40 % der im Biogas enthaltenen Energie genutzt. Wenn durch Kraft-Wärme-Kopplung auch die Abwärme verwendet wird, klettert der Wirkungsgrad auf 70-80 %, bei der Veredelung zu Biomethan erreicht er bis zu 95 %.

Alles ist möglich

Die Varianten, Biogas und in der Folge Biomethan zu erzeugen, sind vielfältig: Gülle, Speise­reste, Klärschlamm, Öle, Gras. Einen Sonderfall stellt Bio-SNG dar, das durch Erhitzung unter Luftabschluss aus Holzresten entsteht. Auch dieses Gas kann auf Methanqualität gebracht werden. Die Technologie dazu ist noch neu, aber vielversprechend, da damit auch sehr große Anlagen möglich sind.

CO2-neutral fahren

Das Fahren mit reinem Bio-CNG wäre theoretisch die Lösung des Emissionsproblems durch den Autoverkehr, würde nämlich beinahe kein CO2 produzieren. Bei der Vermeidung von Treib­hausgasen schlägt 1 ha Silomais zur Biomethan-Gewinnung 1 ha Raps für Biodiesel um das Siebenfache. Je nach Beimischungsverhältnis lassen sich die Emissionen also reduzieren, allerdings ist noch nicht beliebig viel Bio-CNG verfügbar. Die Austrian Energy Agency empfiehlt in einer Studie die Beimischung von 20 % Bio-CNG sowie eine Reihe weiterer Maßnahmen zur Etablierung von Bio-CNG als Kraftstoff.

Graphik: Gas geben - aber umweltschonend

Graphik: Effizienz von Biokraftstoffen

 

Vorzeigeprojekt: Bio-Busse in Salzburg

Seit Mai 2008 bewährt sich eine bemerkenswerte Kooperation des zur Dr. Richard-Gruppe gehörigen Busunternehmens ALBUS und der Salzburg AG. Das Unternehmen investierte in eine Erdgas-Busflotte und eine Betriebstankstelle, die Salzburg AG beteiligte sich mit 49 % an ALBUS, übernahm einen Teil des Risikos und auch die Gasversorgung. Die Salzburger Melange besteht aus 60 % CNG und 40 % Bio-CNG. Letzteres wird von der Firma Graskraft Reitbach aus reinem Wiesengras erzeugt! Mittlerweile wurde die Zahl der „Bio-Busse“ von anfangs 8 auf (Ende 2010) 37 erhöht. Das Projekt wird hervorragend angenommen und bescherte dem Unternehmen auch enorme mediale Präsenz.

Unglaublich, aber wahr: Erdgas aus Windkraft

Der Hauptpreis der deutschen Gaswirtschaft für Innovation und Klimaschutz 2010 ging an die Firma Solar Fuel Technology mit Sitz in Salzburg und Stuttgart. Gemeinsam mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES hat man es geschafft, erneuerbares Erdgas aus Windkraft zu erzeugen. Das geht so: Windräder erzeugen Strom, wenn der Wind weht. Nicht immer kann dieser Strom in die Netze ein­gespeist oder gespeichert werden. Die neue bahnbrechende Methode erzeugt nun aus überschüssigem Strom Wasserstoff und Sauerstoff durch Elektrolyse. Danach entsteht in einer chemischen Reaktion von Wasserstoff mit CO2 Methan.

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