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Deutschland: Gas-LKW rollen bis Ende 2023 ohne Maut

15.5.2020

Für erdgasbetriebene LKW soll bis zum Jahr 2023 weiter eine Mautbefreiung gelten. Dafür stimmte am 6. Mai 2020 der Verkehrsausschuss des deutschen Bundestages mit den Stimmen von Union und SPD. Das Parlament muss der Empfehlung noch zustimmen.

Eigentlich wären die Privilegien für mit verflüssigtem Gas (LNG) und Erdgas (CNG) betriebene LKW Ende des Jahres ausgelaufen. „Mit der Verlängerung der Mautbefreiung für Erdgas-LKW um drei Jahre unterstützen wir weiterhin den Markthochlauf der klimafreundlichen Alternative zum Diesel. Außerdem schaffen wir die dringend benötigte Planungssicherheit für die Unternehmen“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alois Rainer.

Aktuell gib es nach Angaben der Brancheninitiative Zukunft Erdgas rund 13.600 erdgasbetriebene LKW und Nutzfahrzeuge, dem steht ein Bestand an herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen von 3,2 Mio. gegenüber. Dieses Verhältnis ist ein Grund dafür, warum der Verkehrssektor den Klimazielen seit Jahren hinterhinkt. Jüngste Berechnungen im Auftrag des Bundeswirtschafts- und des Bundesumweltministeriums hatten gezeigt, dass die CO2-Einsparziele auf der Straße für das Jahr 2030 ohne weitere Maßnahmen nicht zu erreichen sind.

Zustimmung aus der Logistikbranche

Die Verbände der Logistikbranche begrüßen die Empfehlung des Verkehrsausschusses, die Mautbefreiung für Erdgas-LKW zu verlängern. „Sie ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Planungssicherheit für Investitionen in alternative Antriebe“, heißt es in einer Erklärung mehrerer Verbände, darunter der Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) und der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). CNG und LNG seien die derzeit einzig am Markt verfügbare Alternative zu Dieselantrieben und leisteten einen Beitrag zu CO2-Reduktion. Zustimmung kommt auch von Zukunft Erdgas. Marktakteure erhielten nun „endlich eine verlässliche Perspektive“, erklärte Vorstand Timm Kehler. „Dass dringender Handlungsbedarf besteht, liegt auf der Hand: Seit 20 Jahren ist der CO2-Ausstoß des deutschen Straßengüterverkehrs nicht gesunken.“

Well-to-Wheel-Analyse gibt Grün-Gas mehr Chancen

Dennoch werde die mittelfristig bedeutendste politische Weiche für die Auto- und Nutzfahrzeugbranche nicht in Berlin, sondern in Brüssel gestellt, so der Verbands-Chef. Er verwies auf die für Mitte 2021 angesetzte Überprüfung der CO2-Flottenregulierung im Rahmen des „European Green Deal“ und sieht darin „eine einmalige Chance für mehr Klimaschutz auf Europas Straßen“. Man setzte sich gemeinsam mit dem DVGW für einen Wechsel hin zur „Well-to-Wheel“-Berechnung ein, bei der alle Emissionen eines Fahrzeugs berücksichtigt würden und nicht nur die am Auspuff.

Was bedeutet das?

Mit der Mautbefereiung erhalten auch Fahrzeuge, die mit grünen Gasen wie Biogas und synthetisch erzeugtem Erdgas fahren, wieder eine faire Chance, ihr Klimaschutzpotenzial auszuspielen.

Österreich hinkt nach

Am deutschen Modell sollte sich auch die österreichische Verkehrspolitik orientieren. Während die Bundesregierung LKW mit Elektro- und Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb von der generellen Maut befreit, wird gasbetriebener Schwerverkehr diskriminiert. Im Sinne des Klimaschutzes fordern der heimische Güterbeförderungssektor und die Gaswirtschaft seit Längerem eine Mautbefreiung für Lastkraftwagen, die mit Erdgas (CNG) oder verflüssigtem Erdgas (LNG) unterwegs sind.

 Quellen: gas24 / ener|gate mobilität / VISION mobility

 

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