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PKW: weltweit stark im Kommen

Der Trend zum Erdgasauto als saubere und wirtschaftliche Alternative hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Nicht nur die Zahl der Tankstellen wurde sukzessive erhöht, auch deren Kunden werden immer mehr. Von allen alternativen Kraftstoffen ist das Versorgungsnetz für Erdgas am dichtesten geknüpft.

In Österreich freuen sich rund 11.500 Autobesitzer (Stand: 2018, Quelle NGV Global) über ihren sparsamen CNG-Antrieb, weltweit sind es bereits mehr als 26 Millionen (Stand: November 2018, Quelle NGV Global)!

Grafik: Erdgasfahrzeuge weltweit (Stand: Juni 2018, Quelle NGV Global)

Grafik: Neu zugelassene CNG-PKW in Europa (EAFO, Zukunft ERDGAS)

Weltweites Wachstum

Eurogas, eine Vereinigung der europäischen Gaswirtschaft, schätzt, dass sich der Bedarf für CNG und LNG im Transport bis 2035 versiebenfachen könnte, wenn es die Rahmenbedingungen zulassen! Italien ist Europameister, wenn es um Methan im Tank geht: Von Ende 2009 bis zum 1. Halbjahr 2012 brachte man ein Plus an Fahrzeugen von 16 % auf die Straße – gesamt mehr als eine dreiviertel Million!

In den folgenden Ländern fahren jetzt schon besonders viele CNG-Fahrzeuge:

China: 6.080.000
Iran:
4.502.000
Indien: 3.090.000
Pakistan: 3.000.000
Argentinien: 2.185.000
Brasilien: 1.859.000
Usbekistan: 815.000
Kolumbien: 571.600
Thailand: 474.500

Italien: 1.005.000
Russland: 110.000
Deutschland: 93.760
Bulgarien: 69.800
Schweden: 55.100
Tschechien: 19.900
Schweiz: 13.300
Österreich: 11.500

(Quelle: NGV Global, 2018)

Verteilung von CNG-Fahrzeugen nach Regionen:

Europa: 1,863,167
Asien-Pazifik: 18,509,677
Nordamerika: 205.000
Lateinamerika: 5,621,350
Afrika: 256,599

(Quelle: NGV Global, November 2018)

Go global

Dass man diese Länder und Regionen auch erreichen kann, bewies Rainer Zietlow aus Mannheim (D) 2006/7. Er bereiste in 142 Tagen fünf Kontinente und legte auf seiner Weltreise 45.000 km zurück. Dabei verbrauchte sein VW Caddy 3.200 kg Erdgas, was ihn gerade einmal 2.500 Euro kostete.

Taxi!

Das Taxi sollte eigentlich zum Klassiker der gewerblichen Nutzung von CNG-Autos werden. Die vielen gefahrenen Kilometer machen es für Unternehmer ökonomisch besonders sinnvoll und für alle anderen ökologisch besonders wünschenswert, auf Erdgas umzusteigen. Daher wird die Anschaffung von CNG-Taxis auch vereinzelt speziell gefördert.

Kleinserien und Umrüstung

Prinzipiell lässt sich jedes Auto umrüsten, aber auch die Serienmodelle reichen inzwischen schon vom kleinen Lieferwagen über sportliche City-Cars, Familien-Vans und Business-Kombis bis zur Limousine für gehobene Ansprüche.

Zu den renommierten Herstellern von in Österreich erhältlichen Erdgas-Pkw gehören  Audi, Fiat, Opel, Seat, Škoda und Volkswagen.

Nutzfahrzeuge: groß für Kleintransporte

Was für Taxis gilt, ist für leichte Nutzfahrzeuge ebenso wichtig: Viele gefahrene Kilometer „schreien“ nach einer ökologisch verträglichen und wirtschaftlich besonders effizienten Lösung. Die CNG-Tanks werden dabei – wie auch in anderen Modellen – unterhalb des Bodens verbaut, damit es zu keinen Einschränkungen der Ladefläche kommt. Besonders attraktiv sind Erdgas-Nutzfahrzeuge für Betriebe und Institutionen mit eigenem Fuhrpark: Die österreichische Post, der Wiener Magistrat, der Flughafen Wien und das Rote Kreuz haben beispielsweise bereits umweltfreundliche „Arbeitstiere“ im Einsatz.

LKW: Schwerverkehr mit Abgasen light

Transporte verursachen in der EU 28 % der CO2-Belastung. Unangenehm wirkt auch ein Schadstoff, den selbst modernste Diesel-Motoren freisetzen: Feinstaub klingt fein, ist aber ungesund und kann Asthma oder Lungenerkrankungen hervorrufen. Die Verlegung der Diesel-Monster auf die Schiene bringt nur teilweise Erleichterung. Indes sind immer mehr Modelle mit reinem CNG-Antrieb auf dem Markt erhältlich, die weniger Emissionen bei gleichzeitig wirtschaftlichem Betrieb bringen. Alternativ etabliert sich zunehmend die Verwendung von flüssigem Erdgas (LNG).

Gas + Diesel im Duett

Einem neuartigen Motor mit Methan-Diesel-Betrieb wird in Studien großes Potenzial bescheinigt. Seit Anfang 2012 sind auf Europas Straßen bereits die ersten LKW mit Diesel/Gas-Gemisch und hohem Wirkungsgrad unterwegs. Dabei wird Diesel zusammen mit einem möglichst hohen Gasanteil eingespritzt, um Kosten und Emissionen einzusparen. Die Reichweite ist nicht mehr eingeschränkt, da im Notfall auch mit reinem Diesel gefahren werden kann.

Flüssiger Verkehr

Mit LNG-Antrieb ist eine vielversprechende LKW-Variante im Anrollen. Verflüssigtes Erdgas entsteht, wenn man Methan auf mindestens -162 °C abkühlt. Es besitzt nur ein 600stel des ursprünglichen Volumens und kann so mit Schiffen günstig über weite Strecken transportiert werden. Oder entsprechend ausgerüstete Laster antreiben, die dann ebenfalls große Entfernungen zurücklegen können: bis zu 1.500 km! Sie benötigen dabei keine Kühlanlage, das Gas bleibt durch das thermo-dynamische Gleichgewicht etwa zehn Tage flüssig.

Gegenüber einem LKW mit Dieselantrieb emittiert ein LNG-Truck um 20 % weniger Treibhausgase. Noch deutlichere Reduktionen gibt es bei Feinstaub (minus 95 %), Stickoxiden (minus 77 %) und Lärm (minus 50 %). Ein mit Gas (CNG oder LNG) betriebener LKW spart in einem Jahr im Vergleich zu einem EURO-6 Diesel-LKW bis zu 20.000 Kilogramm CO2. Sogar CO2-neutrales Fahren ist möglich: dem Kraftstoff LNG kann Biogas beigemengt werden.

Die EU-Kommission empfiehlt in einem Strategiepapier, bis 2020 die nötigen Tankstellen zu errichten, was sie im Rahmen des Projekts „LNG Blue Corridor“ fördert. Mit Stand 2016 waren in den EU- und EFTA-Staaten 101 LNG-Stationen verfügbar, mittlerweile sind es bereits 170.

Derzeit sollen rund 3.000 LNG-Trucks auf Europas Autobahnen und Straßen unterwegs sein. In gut zehn Jahren könnten 280.000 gasbetriebene LKW Güter durch Europa befördern, rechnet der Europäische Verband für Gasmobilität (NGVA Europe) hoch.

Grafik: LNG-Stationen in Europa, Stand 2016 (Quelle: NGVA Europe)

Busse: besser für Ballungszentren

In Städten wirken sich die umweltfreundlichen Eigenschaften von CNG-betriebenen Bussen besonders positiv aus, sie drängen sich daher als alternative „Öffis“ auf. Europäische Pioniere waren die Basler Verkehrs-Betriebe in der Schweiz, die bereits 1995 erste CNG-Busse orderten. Noch dominiert allerdings Diesel im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Doch abgesehen von der seit Jahresbeginn 2014 geltenden Euro-6-Norm macht auch der mitunter hohe Dieselpreis den Erdgasantrieb attraktiver denn je.

Städte stellen um

Sankt Pölten stellte als erste Landeshauptstadt auf grüne Mobilität um: 25 Busse waren auf 11 Linien feinstaubfrei unterwegs und befuhren ein Netz von 110 km Länge. Im September 2017 wurden die umweltfreundlichen Erdgas-Busse leider wieder außer Dienst gestellt.

In Wiener Neustadt wurde die CNG-Flotte 2012 auf zehn Busse erweitert. Ziel des Betreibers (WNSKS) ist es, die gesamte Linienbusflotte von 40 Fahrzeugen bis zum Jahr 2022 auf Erdgasantrieb umzustellen.

Seit 2012 sorgen in Linz anstelle der Dieselbusse umweltfreundliche Gasbusse für ein positives Fahrerlebnis – Klimatisierung und Barrierefreiheit inklusive. Die Umstellung bringt eine jährliche Einsparung von 4.000 t CO2. Abgesehen von CNG stellt die Linz AG auch Biomethan zur Verfügung.

Biomethan wird auch von einer Kooperation der Salzburg AG und ALBUS in „Bio-Bussen“ eingesetzt. Mit geteiltem Risiko und einem Bio-Anteil von 50 % fährt es sich dort gut: Die ALBUS-Geschäftsführung schätzt insbesondere die „geringeren Betriebskosten, keine längeren Stehzeiten der Busse und saubere Luft für Salzburg“. Zudem sind Erdgasbusse um vieles leiser als die vergleichbare Dieselvariante.

Die Busse mit CNG-Antrieb unterscheiden sich kaum von ihren Diesel-Vorgängern: Viele Modelle haben beispielsweise einen aerodynamischen „Buckel“ auf dem Dach, in dem das Erdgas für den Fahrbetrieb gespeichert wird – ebenso mit einem Druck von 200 bar wie im herkömmlichen Erdgasauto. Auch der hierzulande höchst erfolgreiche Stadtbus Mercedes Citaro ist als CNG-Modell erhältlich.

Übrigens ist der Einsatz von LNG in Bussen ebenfalls möglich, in China und Polen wird das verflüssigte Erdgas bereits im öffentlichen Personennahverkehr verwendet. In den letzten 10 Jahren hat sich vor allem China massiv LNGifiziert. Zehntausende Busse fahren dort heute mit LNG und es werden beinahe täglich mehr.

Grafik: Erdgasbusse überzeugen im Realbetrieb (Quelle: Zukunft ERDGAS)