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Gasautos mit Geschichte

Zwar begann die Entwicklung des Automotors 1860 mit Gas, doch brauchte es Rohstoffknappheit, ehe man wieder verstärkt darauf zurückgriff. Hier war die Wirtschaftlichkeit ein wichtiges Argument. Während beider Weltkriege wurde fleißig mit Gasmotoren experimentiert – im 2. Weltkrieg auch schon mit Erdgas. Mitte der 1930er-Jahre stellte man die Wiener Müllzüge auf Gasbetrieb um. Kleinere Autos kamen noch nicht in Frage, denn die Tankflaschen für die Müllwagen wogen allein 450 Kilogramm. So gab es also immer Gas-KFZ und auch (nicht öffentliche) Tankstellen, sie führten aber ein Schattendasein jenseits der öffentlichen Wahrnehmung. Wiederum führte in den 1970er-Jahren eine Mangelsituation – der erste Ölschock – zur verstärkten Suche nach alternativen Antrieben. Damals kamen die Flüssiggasfahrzeuge (LPG) in Mode, die heute noch gelegentlich zu sehen sind. Der Durchbruch erfolgte schließlich in den 1990er-Jahren, als sich auch ökologische Argumente und das Bewusstsein schwindender Ölreserven immer mehr durchsetzten. Die OMV leitete 1997 mit der Eröffnung der ersten öffentlichen Erdgastankstelle eine neue Ära ein.

Gut im Rennen

„Was der Bauer net kennt ...“ Ein Vorurteil gegenüber CNG-Autos war, dass diese gegenüber Benzinern schwächere Leistungen bringen. Auch um dieses Bild gerade zu rücken, begann die OMV im Frühjahr 2006, ein österreichisches Rallye-Team zu unterstützen, das mit Erdgas im Tank an den Start ging. Das Ergebnis war sensationell: Nach einigen „Kinderkrankheiten“ und nur 16 Monaten im Renneinsatz gelang es den Piloten Harrach/Schindelbacher, die Ostarrichi-Rallye 2007 zu gewinnen! Weltweit konnte damit erstmals ein CNG-Auto in einem offiziellen Meisterschaftslauf siegen! 2009 kam es noch besser, und der Beweis, das dies keine Eintagsfliege war, wurde erbracht: Manfred Stohl wurde Vizestaatsmeister! Unterstützt vom Fachverband Gas Wärme fuhr er in den Jahren 2011 und 2012 weitere Rallye-Erfolge mit CNG ein. Auch Wien Energie unterstützte ab 2006 einen der erfolgreichsten österreichischen Rallyepiloten: Hannes Danzinger. Er verriet dem „Standard“ 2009: Da Erdgas sehr klopffest ist, „konnten wir den Ladedruck und die Verdichtung so weit erhöhen, dass wir am Ende mehr Leistung aus dem Motor holten, als er ursprünglich lieferte."

Scirocco R-Cup

Der Volkswagen Scirocco R-Cup war eine von 2010 bis 2014 im Rahmenprogramm der DTM ausgetragene Rennserie, die jungen Talenten sowie Motorsport-Legenden und prominenten Gaststartern professionellen Rennsport unter gleichen Bedingungen ermöglichte.

Zum Einsatz kam der Cup-Scirocco, damals eines der umweltfreundlichsten Rennfahrzeuge der Welt: Sein 2,0-Liter-TSI-Motor wurde mit Bio-Erdgas betrieben. Dadurch reduzierte sich der CO2-Ausstoß im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen um bis zu 80 Prozent. Für den Rennbetrieb hatten die Volkswagen-Techniker den TSI-Motor speziell auf CNG-Betrieb („Compressed Natural Gas“) optimiert. Das Resultat: satte 235 PS und beeindruckende 275 Newtonmeter Drehmoment.

Grün-Weiß fährt grün

Rapid Wien wird seiner grünen Vereinsfarbe gerecht und setzt voll auf den Umweltschutz: Der Hütteldorfer Traditionsclub hat Erdgasfahrzeuge in seinem Fuhrpark.

Reife Leistung

Auch dies überzeugt immer mehr Kunden: Die Technologie der CNG-Autos ist ausgereift und hat sich in der Praxis millionenfach bewährt. Sie kann in fast jedes Fahrzeug eingebaut werden.