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Bio-CNG

Biomethan: effektiver als Ökostrom

Aus organischen Abfällen lässt sich Energie gewinnen, die zuvor übel riechende Biomasse kann in geruchloses, wertvolles Gas „verwandelt“ werden. Selbst die Reststoffe können dann noch Verwendung als Dünger finden. Dazu werden die biogenen Rohstoffe unter Luftabschluss vergoren. Das entstehende Biogas kann dann zu Biomethan veredelt und ins Gasnetz eingespeist werden. Leider wurde in den vergangenen Jahren die reine Verstromung von Biogas gefördert. Das bedeutet, dass viele Biogas-Produzenten ihr Erzeugnis einfach zur Stromerzeugung verheizen, wobei eher geringe Wirkungsgrade erzielt werden. So werden nur 30-40 % der im Biogas enthaltenen Energie genutzt. Wenn durch Kraft-Wärme-Kopplung auch die Abwärme verwendet wird, klettert der Wirkungsgrad auf 70-80 %.

Grafik: Gewinnung und Verarbeitung von Bio-Erdgas

Grafik: Die Entstehung von Bio-Erdgas, Quelle: Zukunft ERDGAS GmbH

Alles ist möglich

Die Varianten, das Naturprodukt Biogas und in der Folge Biomethan zu erzeugen, sind vielfältig: Gülle, Speisereste, Klärschlamm, Öle, Gras. Einen Sonderfall stellt Bio-SNG (Synthetic Natural Gas bzw. Substitute Natural Gas) dar, das durch Erhitzung unter Luftabschluss aus Holzresten entsteht. Auch dieses Gas kann auf Methanqualität gebracht werden. Die Technologie dazu ist noch neu, aber vielversprechend, da damit auch sehr große Anlagen möglich sind. Gleiches gilt für synthetisches Erdgas, welches aus überschüssiger Wind- und Solarenergie produziert werden kann.

CO2-neutral fahren

Das Fahren mit reinem Bio-CNG wäre theoretisch die Lösung des Emissionsproblems durch den Autoverkehr, es würde so nämlich fast kein CO2 produziert. Allerdings ist derzeit noch nicht beliebig viel von dem grünen Kraftstoff verfügbar.

Laut NGVA hat Europa ein Potenzial von zwei Millionen Fahrzeugen, die allein von Biomethan aus biogenen Reststoffen angetrieben werden könnten. Aus dem alternativen Kraftstoffmix der Zukunft ist Bio-Erdgas somit nicht mehr wegzudenken.

Grafik: Biogas in Österreich - Produktion und Potenzial

Vorzeigeprojekt: Bio-Busse in Salzburg

Seit Mai 2008 bewährt sich eine bemerkenswerte Kooperation des zur Dr. Richard-Gruppe gehörigen Busunternehmens ALBUS und der Salzburg AG. Das Unternehmen investierte in eine Erdgas-Busflotte und eine Betriebstankstelle, die Salzburg AG beteiligte sich mit 49 % an ALBUS, übernahm einen Teil des Risikos und auch die Gasversorgung. Die Salzburger Melange besteht aus 60 % CNG und 40 % Bio-CNG. Letzteres wird von der Firma Graskraft Reitbach nur aus Wiesengras erzeugt! Mittlerweile wurde die Zahl der „Bio-Busse“ von anfangs 8 auf 44 erhöht. Das Projekt wurde hervorragend angenommen und bescherte dem Unternehmen auch entsprechende mediale Präsenz.

Sauberer Schwerverkehr im Anrollen

Was für Busse gilt, kann natürlich auch für LKW gelten: Treibhausgase sind zu einem großen Teil und der gefährliche Feinstaub zur Gänze vermeidbar, wenn man auf Erdgas – insbesondere mit Bio-Anteil – umsteigt. CNG-LKW sind bereits von namhaften Herstellern erhältlich und in kürzeren Streckennetzen besonders kostengünstig unterwegs. Um auch im Straßen-Marathon zu bestehen, gibt es eine neue Motor-Variante, die ein Diesel-Gas-Gemisch verwendet und nötigenfalls auch nur mit Diesel fährt. Immer größere Verwendung findet inzwischen auch LNG – flüssiges Erdgas. Damit werden Reichweiten von mehr als 1.000 km ohne Auftanken erzielt! Für alle drei Varianten kann auch Biomethan eingesetzt werden.

Grafik: Emissonen von LNG-Lkw und Diesel-Lkw im Vergleich - Well-to-Wheel-Betrachtung, Quelle: DVGW