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Windgas

Unglaublich, aber wahr: Erdgas aus Windkraft

Der Hauptpreis der deutschen Gaswirtschaft für Innovation und Klimaschutz 2010 ging an die Firma SolarFuel mit österreichischen Wurzeln und Sitz in Stuttgart (seit 2013 heißt sie ETOGAS). Gemeinsam mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES hat man es geschafft, erneuerbares Erdgas aus Windkraft zu erzeugen. Das geht so: Windräder erzeugen Strom, wenn der Wind weht. Doch nicht immer kann dieser Strom in die Netze eingespeist werden, die Speicherung von Strom ist aber ein nach wie vor ungelöstes technologisches Problem. Die neue bahnbrechende Methode bietet hier eine elegante und vielversprechende Lösung: Man erzeugt aus überschüssigem Strom Wasserstoff und Sauerstoff durch Elektrolyse. Danach entsteht in einer weiteren chemischen Reaktion Methan. Dieses ist problemlos speicherbar und kann zum Beispiel Fahrzeuge antreiben.

„g-tron“ mit „e-gas“

Audi belebt den Automarkt seit Anfang 2014 nicht nur mit einem attraktiven Erdgasfahrzeug in Gestalt des A3 Sportback g-tron, sondern erzeugt auch gleich die Antriebsenergie dafür. Dahinter steckt ein 70-Millionen-Euro-Projekt, das die Ingolstädter in Zusammenarbeit mit ETOGAS auf die Beine gestellt haben. In einem Nordsee-Windpark wird Strom erzeugt und damit per Elektrolyse Wasserstoff. Dieser wiederum wird mit Hilfe von CO2 (aus einer Biogasanlage) in Methan umgewandelt. Am Ende tankt der A3-Kunde das synthetisch hergestellte „e-gas“, indem mindestens die getankte Menge ins Erdgasnetz eingespeist wird. Die Stromproduktion auf See ist zunächst so ausgelegt, dass mit der erzeugten Energie 1.500 Erdgasautos 15.000 km pro Jahr beinahe klimaneutral unterwegs sein können.

Grafik: Audi e-gas-Anlage